Wir essen meist im Stress, selten mit Lust, kaum jemals bewusst. Das Frühstück besteht all zu oft aus einer stehend herunter gegossenen Tasse Kaffee, das Mittagessen aus einem Sandwich oder einer Wurst an der Imbissbude um die Ecke. Und während des Abendessens läuft bereits der Krimi ... Eine wichtigste Voraussetzung zum Essen ist Muße. Kaue jeden Bissen sehr gründlich. Zum Beißen brauchst Du gutes Werkzeug: Pflege Deine Zähne also liebevoll und gewissenhaft. Je einfacher wir dann unsere Mahlzeiten gestalten, desto dankbarer wird unser Magen sein. Beim Essen sollst Du auch guter Stimmung sein. Bei sehr schlechter Laune sollte man lieber auf das Essen verzichten. Schmücke deshalb den Esstisch und serviere die Speisen appetitlich mit viel Phantasie. Esswaren sind Genuss-Mittel (Moodfood = "Stimmungs-Nahrung"), also zum Genießen da. Wirf deine Nährwerttabellen, Diätratgeber in den Müll und beginne, dein Essen zu genießen. Auch Mediziner und Ernährungskundler mussten umdenken: jahrzehntelang lehrten sie, alles, was Spaß macht und schmeckt - Alkohol und Zucker, Fett und Salz - mache uns krank. Aber: Der Biss in die Praline, der Schluck Rotwein oder der dampfende Espresso lassen uns wohl fühlen, werden augenblicklich Labsal für die Seele. Diesem Gefühl kann man trauen. Von der Schokolade beispielsweise haben wissenschaftliche Analysen nachgewiesen, dass hunderte von Aromastoffen und einige verblüffend marihuanaähnliche Substanzen für bekannt nachhaltige Genusswonnen sorgen (aber alles mit Maß - werde nicht zum "Chocoholic"). Nichts im Übermaß! Dies ist für uns Überfluss-Gewöhnten sehr wichtig: Nur dann essen, wenn man auch Hunger verspürt. Also meist mehrmals täglich wenig essen (und nicht wenige Male viel). Dabei nimmst du nachgewiesenermaßen auch ab, da dein Körper bei zu lang anhaltendem Hunger sofort an "Verhungern" denkt und nachher alles nur noch in Reserve (Fettpolster) anlegt! Deshalb sind auch alle Hungerdiäten unbrauchbar zum Abnehmen. Genieße, was du isst! Lerne, zu spüren, was dein Körper - und deine Seele - braucht und was dir im Moment gut tut. Das Ziel wäre also ein Wechsel von Genuss und Zurückhaltung, da wirklicher Genuss ohne zeitweiligen Verzicht nicht denkbar ist! Wähle zum Sattessen Getreideprodukte, Kartoffeln, Reis, Mais, Hülsenfrüchte, Sauerkraut, Teigwaren, Gemüse und Obst, Fisch. Wähle etwas sparsamer: Milchprodukte, Geflügel und Fleisch. Wähle wenig und nur zum Verfeinern: Öle, Fette, Nüsse und Honig. Bevorzuge möglichst vollwertige Nahrungsmittel, d.h. nicht solche denen irgendwelche Teile entzogen sind (raffinierte) - also Vollkornmehl anstelle von weißem Mehl (Vollkornbrot, Vollkornteigwaren), Honig anstelle von raffinierten weißen Zucker, Vollreis oder Naturreis anstelle von poliertem Reis, frische Speisen anstelle von Konserven,... "Vollwertig" dürfte sich Gemüse, Obst und Getreide eigentlich nur nennen, wenn es aus biologischem Anbau stammt, welcher ohne Gifte zum Spritzen und Düngen auskommt. Immer Produkte aus der Nähe bevorzugen (Direkt beim Bauern kaufen! Eigener Garten - auch nur auf dem Fenstersims!). Nahrung aus fremden Kontinenten empfehle ich zu reduzieren oder zu meiden. Die heute (mit ungeheurem Energieverschleiß) aus Übersee - zu Spottpreisen - importierte Nahrung wird in riesigen Monokulturen angepflanzt, was gegen die Natur ist und deshalb enorme Düngung und Insektengifte, etc. nötig macht. Ferner fordert jeder lange Transport Maßnahmen der Haltbarmachung, was heute wiederum meist mit der chemischen Keule erfolgt. Paradebeispiele sind Bananen, Ananas, aber auch Kaffeebohnen! Beginne jede Mahlzeit mit Rohkost (Rohsalate, Obst, Gemüse, außer Bohnen). "Iss roh - so wirst Du froh! Iss kalt - so wirst Du alt!". Saisongerechte Salate, Gemüse und Obst auftischen: Tomaten, Gurken und Kopfsalat nur kaufen, wenn sie nicht aus beheizten Treibhäusern stammen! Im Winter sollte man z.B. den Kopfsalatkonsum auf 100 Gramm an jedem 5. Tag beschränken (Nitrite und Nitrosamine!). Auch Eier sind Saisonartikel. Wenn wir Freilandeiern den Vorzug geben, müssen wir uns darauf einstellen, dass die Hühner im Winter weniger legen. So wenig tierisches Fett wie möglich - aber regelmäßig Fisch! Bevorzuge pflanzliche Nahrungsmittel: beim Fett also täglich v.a. kalt gepresste Pflanzenöle (Sonnenblumenöl, Leinöl, Weizenkeimöl, Olivenöl, Maiskeimöl, Rapsöl oder Distelöl). Man muss auch an die versteckten Fette denken (fettreiches Fleisch, Würste, Milch, Vollfettkäse, Nüsse, Schokolade, etc.- siehe weiter hinten noch ausführlicher). Unbedingt zu vermeiden ist das Überhitzen der Fette beim Braten und Frittieren. Der Genuss von tierischem Eiweiß (=Fleisch, Fisch, Ei) ist heute mit vielen Gefahren verbunden (Rinderwahnsinn, Hormone, Antibiotika, Gifte... ). Deshalb rate ich Dir, nur ein- bis zweimal in der Woche möglichst Fisch, evt. auch mageres Fleisch (v.a. Weidefleisch,) zu essen, aber keine Würste (außer zum Genießen selten zwischendurch...) Der Eiweißgehalt der Muttermilch beträgt mit 2% nur ein Drittel des Eiweißgehalts der Kuhmilch. Dieses Eiweiß in der Muttermilch ist aber äußerst hochwertig, und damit wäre auch erwiesen, dass der Mensch selbst im strengsten Wachstumsalter mit relativ wenig, aber dafür hochwertigem Eiweiß auskommt. Kuhmilch ist ebenfalls gesund, aber auch hier nur in Massen. Kuhmilch ist eine tierische Säuglingsnahrung und für uns Menschen eigentlich schwer abbaubar. Besser sind da die bereits "vorverdauten" Milchprodukte (Käse, Quark, Yoghurt, Kefir, Sauermilch...).. Eiweiß erhalten wir auch durch Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Mais, Kartoffeln. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente sind hauptsächlich in Obst. Gemüse, Salaten, Frucht- und Gemüsesäften enthalten. Wir brauchen täglich 1 - 3 Liter Flüssigkeit, am besten in Form von Wasser, Mineralwasser oder Kräutertee. Man trinke eher vor, nach und zwischen den Mahlzeiten und nicht während denselben. Der Widerspruch, dass als "Essenssünden" geltende Speisen und Getränke gut tun, wird beim Reizthema Alkohol besonders deutlich: Alkohol ist und bleibt ein Teufelszeug, das Körper und Kopf schwer schädigen kann - wenn man ihn missbraucht. Dass aber mäßiger Alkoholkonsum gesundheitsfördernd sein kann - und vor allem Herzerkrankungen wirksam vorbeugt -, steht mittlerweile auch bei kritischster Prüfung außer Frage. Ähnlich wie Alkohol verhält es sich mit dem Koffein - einem "Nervengift", das Kaffee und Tee weltweit so beliebt gemacht hat - oder Gewürzen wie Chili, Pfeffer und Salz: genießt man sie in rechten Massen und zum richtigen Zeitpunkt, wirken sie auf Körper und Geist erwiesenermaßen anregend und wohltuend (also nicht mehr als 2-3 Tassen Kaffee täglich). Ballaststoffe (v.a. Zellulose) können wir nicht genug essen. Sie füllen unseren Magen und verleihen ein angenehmes Sättigungsgefühl. Außerdem sorgen sie für eine gute Verdauung und verhüten auch viele Darmerkrankungen (bis zum Dickdarmkrebs!). Viele Ballaststoffe in der Nahrung senken auch die Blutfette. Wir nehmen sie in Gemüse, Salaten, Obst und Vollkorn (Z.B. Weizenkleie) zu uns. Zucker hebt das Lebensgefühl - sofort. Ob man Schokolade, Konfitüre, Eis oder Kuchen isst: der Blutzuckerspiegel steigt ebenso unmittelbar wie unsere Laune, da die Endorphinproduktion der körpereigenen Opiate aktiviert wird. Die Lust auf Zucker ist uns im übrigen angeboren: bereits kleine Babies beginnen zufrieden zu lächeln, träufelt man ihnen das erste Mal Zuckerlösung auf die Zunge (Muttermilch ist ebenfalls sehr süß) - bei Salzigen und Saurem dagegen verziehen sie das Gesicht. Bitteres ist in der Natur meist giftig. Noch eine Bemerkung zu den künstlichen Süßstoffen (Saccharin, Cyclamat, Aspartam, Xylit...): Sie können dann ein Problem werden, wenn du sie allein, ohne etwas Nahrhaftes zu dir nimmst. Sie treiben die Insulinproduktion hoch und liefern aber zugleich nicht genug Kalorien: Der Hunger wird angeregt, ohne gestillt zu werden. Das System kommt nicht zur Ruhe. Jemand, der eben um 14 Uhr einen künstlich gesüßten Snack gegessen hat, wird schon gegen 16 Uhr ein Stück Kuchen haben wollen. Also: dann lieber noch Zucker als Chemie!
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Eigentlich wissen wir es genau: wir essen zuviel Fett. Der optimale Fettbedarf wäre 70 bis 80 g pro Kopf und Tag, der effektive Verbrauch liegt bei 143 g und ist im Steigen begriffen. Laut dem zweiten schweizerischen Ernährungsbericht ist unser Fettverbrauch eindeutig zu hoch. Wenn wir uns die 143 g am Stück auf dem Frühstückstisch vorstellen, werden wir kaum auf den Gedanken kommen, dass wir ein so imposantes Quantum im Laufe eines Tages verzehren. Die Margarine oder Butter auf dem Brot, das Öl im Salat und das Bratfett können sich nicht so zusammenläppern, wo wir doch die fetten Partien am Fleisch immer wegschneiden! Wer vermutet schon, dass ein Eigelb ebenso viel Fett enthält wie 60 g Schlagrahm, und dass ein Doppelrahmkäse den Fettgehalt von einem Esslöffel Öl hat? Wenn wir uns zum Beispiel zum Frühstück eine Tasse Ovomaltine und ein Croissant zu Gemüt führen, haben wir schon zweimal 8 g Fett konsumiert, ohne die Butter auch nur aus dem Kühlschrank geholt zu haben. Gibt es zum Mittagessen eine Bratwurst (40 g) und Rösti (30 bis 50 g), dazu einen Salat mit französischer Sauce (10 g), so ist der Tagesbedarf bereits überschritten. Der Körper braucht also Fett, aber er braucht in den meisten Fällen weniger, als ihm zugeführt wird. Der Fettkonsum lässt sich leichter senken, wenn wir neben den sichtbaren Fetten wie Butter, Margarine, Salatöl, Backfett auch die unsichtbaren genau im Auge behalten. Vollkornbrot mit kalorienarmer Margarine, Milchdrink im Frühstückskaffee, fettarme Salatsauce, im Ofen gebackene statt im Fett gebratene Kartoffeln, mageres Fleisch statt Wurstwaren, Kräuterquark statt Mayonnaise, Rohkost und Früchte statt Nüsse und Patisserie das sind alles gesunde Alternativen. Sei erfinderisch und vor allem aufmerksam beim Einkaufen. Lies die Analysen, bevor du zugreifst, denn z.B. bei Milchprodukten und Fleischwaren kann der Fettgehalt enorm variieren. Suche der Gesundheit zuliebe nach den versteckten Fetten in der Nahrung, denn wenn das Fett erst einmal an deinen Hüften oder am Bauch ist, lässt es sich nicht mehr verstecken.
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Zuallererst: Mit gutem Beispiel vorangehen: Essen Eltern unkontrolliert oder halten sie oft Diäten ein, tendieren die Kinder zu Übergewicht oder Essstörungen. Eltern sollten ihren Kindern erlauben, in Bezug auf die Ernährung ihre eigene innere Regulierung zu entwickeln, und gleichzeitig dafür sorgen, dass (reichlich) gesunde Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Dann: Je jünger das Kind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die überzähligen Pfunde erhalten bleiben. Oft erfolgen die Gewichts- und Größenzunahme nicht gleichzeitig, sondern nacheinander. Und normalerweise kommen die Pfunde vor den Zentimetern. Generell sollte der Maßstab die Gesundheit, nicht das Aussehen des Kindes sein: Wichtiger als das Gewicht sind ein gesundes Essverhalten und ausreichende körperliche Aktivität. Man sieht auch, dass Dritt- und Viertklässler, deren Fernsehkonsum auf eine Stunde pro Tag beschränkt wurde, nach neun Monaten messbar schlanker waren als solche, die vor der Glotze saßen, so lange sie wollten. Was und wie wir essen, wird stark von der Umwelt, also zunächst von der Familie beeinflusst. Eltern sollten in die Ernährungsweise ihrer Kinder möglichst wenig eingreifen. Das Schlimmste, was sie tun können, ist, Nahrung einzuschränken. Ein völliges Verbot, zum Beispiel von Süßigkeiten oder Pommes Frites, macht diese für Kinder nur besonders attraktiv.
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